Hallo, liebe Briefmarkenfreunde,
auf diesen Seiten soll eine Sammlung von Tipps für Interessenten unseres schönen Hobby's entstehen.
Folgende Abschnitte stehen bereits zur Verfügung:

Wo bekomme ich weitere Exemplare zur Vervollständigung einer Serie her ?
Was  und wie sammeln?
Welche Alben und Kataloge verwenden ?
Wer kann mir sagen, welchen Wert meine Briefmarken haben ?

Der Beginn einer Sammelleidenschaft ist in den meisten Fällen purer Zufall. Die erste Frage, die sich ein zukünftiger Sammler stellt, ist also oft:

"Wo bekomme ich weitere Exemplare zur Vervollständigung einer Serie her ?"

Als erste Beschaffungsquelle für Briefmarken dienen meist Verwandte, Freunde und Kollegen.  Bitten Sie diese, die Marken mit den Umschlägen bzw. Postkarten aufzuheben und verzichten Sie zu Beginn auf das Ablösen der Marken. Sie könnten möglicherweise tolle Stempel zerstören, über die Sie sich später freuen oder der komplette Umschlag (Ganzstück) wird das Ziel Ihrer Sammelleidenschaft. Als Beispiel möchte ich den Bordeaux-Brief als das teuerste philatelistische Sammlerstück der Welt nennen. Es ist ein Faltbrief mit je einer Blauen und Roten Mauritius. Interessant machen diesen Brief nicht nur die wertvollen Briefmarken, sondern auch die Stempel, wovon sich allein vier Poststempel auf der Rückseite von verschiedenen Stationen der Route befinden.
Wer schon über etwas Erfahrung und einige Kenntnisse verfügt, kann Briefmarken auch tauschen. Alle Briefmarken-Sammler-Vereine führen regelmäßig Tauschveranstaltungen durch, Tauschbörsen  und Tauschwillige können leicht über das Internet gefunden werden. Allerdings sind die Möglichkeiten vor Ort vorzuziehen.
Bisher hat unser Hobby das Taschengeld noch nicht belastet. Natürlich gibt es Briefmarkenfachgeschäfte und Online-Händler, bei denen man Einzelmarken, Sätze sowie Länder- und Motivzusammenstellungen sowohl einzeln als auch als Kiloware kaufen kann. Wer die Diskussionen im Internet etwas verfolgt, findet jedoch immer wieder schlechte Erfahrungen mit "Kiloware". Also VORSICHT !

Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts konnte man die Marken der ganzen Welt sammeln. Zu Ende der 90er Jahre waren es aber bereits über 600 000 erschienene Ausgaben. Diese Zahl belegt, die Weltsammlung ist zu einer Utopie geworden. Einschränkung ist daher wichtig. Sobald das erstes Einsteckbuch gefüllt ist, sollte man sich entscheiden:

"Was und wie sammeln ?"

Ländersammlung:
Die Ländersammlung ist die beliebteste, sie wird auch als klassische Philatelie bezeichnet. Viel spricht dabei für das eigene Land, weil die Marken am leichtesten zu beschaffen sind. Aber am Beispiel "Deutschland" ist gut erkennbar, daß es sehr sinnvoll ist, sich mit bestimmten Epochen zu beschäftigen. Dabei werden die Marken chronologisch geordnet.
Auch in anderen Ländern gibt es zahlreiche Briefmarkensammler und eine derartige Sammlung hat ihren eigenen Reiz. Im Zeitalter des Internet finden sich immer auch Partner mit  denen  eine sprachliche  Verständigung möglich ist.    

Motive oder Themen:
Statt chronologisch die Marken eines Landes zu sammeln, ermöglicht das Zusammentragen von Marken nach bestimmten Themen bzw. Motiven ohne Berücksichtigung des Ausgabelandes eine unendliche Gestaltungsvielfalt. Gleichzeitig lassen sich andere Vorlieben damit verknüpfen. So gibt es z.B. für Katzen- oder Vogelliebhaber Marken über Marken, die ihre Lieblinge zeigen. Gleiches läßt sich auch zu Themen wie Fußball, Olympia oder die Formel 1 sagen. Diese Form der Sammlung bietet sich besonders an, wenn man sich für Geschichte interessiert. 
Der Bund Deutscher Philatelisten e.V. schätzt ein: "Konservative Sammler haben das früher als 'Bildchensammelei' abgetan und nicht ernst genommen. Diese Form könnte sich aber zur möglicherweise wichtigsten und bedeutendsten Sammelform der Zukunft entwickeln."

Ganzsachen:
Ganzsachen sind im Voraus bezahlte philatelistische Belege mit Wertzeicheneindruck z.B Briefe und Postkarten. Sie sind für viele Sammler ein beliebtes Sammelgebiet, doch benötigen sie viel Platz im Album, und das hält viele davon ab, sie zu sammeln. Diese Sammlungsform hat mit Belegen der Luft- und Flugpost begonnen, einen Höhepunkt bildet dabei die Zeppelin-Post. Gegenwärtig erscheinen verstärkt Ganzsachen aus der Zeit des II. Weltkrieges. Ob Zensur-Briefe, Kriegsgefangenen-Post oder Feldpost die dem Kessel von Stalingrad entkommen ist, in dieser Variante ist unser Hobby nicht gerade billig.


Briefmarkensammler sind ein traditionsbewußtes Völkchen. Eine der ersten Arten der Aufbewahrung von Sammlermarken, das Bekleben von Lampenschirmen und Tapeten, hat sich aber nicht gehalten. Heute gibt es eine ganze Industrie, die Briefmarkenalben herstellt.
Informationen über die einzelnen Marken sind in den wenigsten Fällen durch Zuruf bzw. Zutexten vom Nachbarn zu bekommen. Hier haben sich Kataloge bewährt, wobei Angebot und Vorlieben groß sind.Es gilt also eine Entscheidung zur treffen:

Die Entscheidung zwischen Steck-, Klebe-, Vordruck- und Falzlosalbum ist sicher eine Gewissensfrage.
Das Steckalbum hat Einsteckstreifen, in die die Marken gesteckt werden können. Da dieses die preiswerteste Variante ist, geben Anfänger ihr meist den Vorzug. Beim Kauf sollte man darauf achten, daß Schutzseiten vorhanden sind.

Klebealben sind nicht gebunden. Sie bestehen aus einer Decke und Einzelblättern. Das hat den Vorteil der Erweiterbarkeit. Die Marken werden mit Hilfe eines Klebefalzes, ein schmaler Streifen, der an der Markenrückseite befestigt wird, eingeklebt.
Wenn die Felder für jede Marke bereits vorgedruckt sind, haben wir es mit Vordruckalben zu tun.

Die Verwendung eines Klebefalzes wird von vielen Sammlern nicht mehr als zeitgemäß empfunden. Abhilfe schaffen sogenannte Falzlos-Alben. Hier sind die vorgedruckten Markenfelder mit durchsichtigen Kunststofftaschen versehen, in die man die Marken stecken kann. Damit sind wir bei der Luxusaufbewahrungsform angelangt. Häufig sind zusätzlich Informationen über die Marken, z.B. geschichtliche Situation bei Erscheinen der Marken, auf den Blättern abgedruckt.

Fast alle Sammler schleppen einen ca. 1000 Seiten starken Katalog mit sich rum, in dem alle Marken eines Sammelgebietes aufgeführt und bewertet sind. In Deutschland sind die MICHEL-Kataloge am weitesten verbreitet. Außerdem gibt es den PHILEX- und den Leuchtturm-DNK-Katalog.
Wer sich im Internet wohlfühlt hat aber auch die Möglichkeit, kostenlos Briefmarken-Informationen zu bekommen.  Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchten wir hier einige Adressen angeben:
www.wikipedia.de
www.postbeeld.de
www.briefmarken-archiv.de
www.catawiki.de
www.suche-briefmarken.de
www.bundesfinanzministerium.de

Jeder von uns kennt Gespräche, die so beginnen:

"Ich habe als Kind Briefmarken gesammelt, heute habe ich keine Zeit mehr."
"Von meinem Onkel / meiner Tante / meinem Opa / meiner Oma habe ich eine Briefmarkensammlung geschenkt bekommen."
"Ich habe eine Briefmarkensammlung geerbt, aber keine Ahnung, kein Interesse."

 Alles läuft auf die Frage hinaus:

"Wer kann mir sagen, welchen Wert meine Briefmarken haben ?"

In Abhängigkeit vom Gefragten, wird die Antwort unterschiedlich ausfallen.

Briefmarken-Sammel-Verein: Der Briefmarkensammler wird sich sofort für die Sammlung interessieren. Es könnte ein potentieller Sammelfreund vor ihm stehen und damit ein möglicher Tauschpartner. Möglicherweise ist es eine Sammlung, die überregional Beachtung findet.
Er wird all die "schrecklichen Wahrheiten" auf den Tisch legen:
- nur einzelne Marken sind für ihn interessant, da er die anderen schon hat,
- die meisten Katalogwerte geben das Wertverhältnis der Briefmarken untereinander an und sind Tauschpreise,      
- die realen Ver- bzw. Ankaufspreise liegen – je nach Beliebtheit des Sammelgebiets – oftmals weit unter den im
   Briefmarkenkatalog angesetzten Preisen, bei einem Verkauf werden meist nur ca. 10% des Katalogwertes erzielt, u.s.w.

Das Ziel ist, trotz anfänglicher Ablehnung  könnte möglicherweise doch ein Sammler gewonnen werden, zumindest aber sollte die Sammlung erhalten bleiben. Sie wird als Kulturgut betrachtet. Auch wenn sich im Moment kein Weiterführender in der Familie findet, sollten die Marken wie ein Familienerbstück behandelt werden,  welches für spätere Generationen bewahrt wird.

Briefmarkenhändler, Auktionen, Gutachter und Privatpersonen:
Trennen wir uns von dieser Betrachtungsweise, wird die Briefmarkensammlung zur Ware. Damit gilt:

Der Wert einer Ware wird dadurch bestimmt, wieviel jemand bereit ist, dafür zu zahlen !

Wie bei jeder anderen Ware müssen Sie die Sammlung dem möglichen Käufer vorstellen und dann geschickt verhandeln. Sicher ist es günstig, wenn Sie sich vorher über die "schrecklichen Wahrheiten" bei einem Briefmarken-Sammel-Verein informiert haben.